Bienen in der Stadt

Ganzheitlich denken, Erträge ernten:
Ziele des Projekts

Vier eigene Bienenstöcke auf dem Dach der RAG Montan Immobilien – das ist erst der Anfang. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) verfolgt die RAG das Ziel, den Lebensraum „Stadt“ wieder zu einem begehrten Lebensraum für Bienen zu machen. Neben dem eigenen aktiven Artenschutz und der Ansiedlung von Bienen auf geeigneten innerstädtischen Flächen zählt vor allem die Vernetzung regional gleichgesinnter Verbände und Vereine zu den Zielen des Projekts. Ein ganzheitlicher Gedanke, der sowohl Umweltbewusstsein als auch den Aspekt der gesellschaftlichen Mobilisierung umfasst. Der Ertrag: Bienen in der Stadt und Honig für die Region.

Nun gehen die Kooperationspartner eine nächste Herausforderung an: Ihr Folgeprojekt „Bienennetzwerk Ruhrgebiet“ soll Umwelt- und Naturschutzverbände sowie Imkervereine und Flächeneigentümer zusammenbringen, um den Austausch zu fördern und um Pollen und Nektar sammelnde Insekten zu unterstützen – immer mit dem Ziel vor Augen, Aufklärungsarbeit zu leisten und zum Mitmachen anzuregen. Um ausgewählte Imker zu unterstützen, will RAG Montan Immobilien ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Bienenstöcke auf geeigneten Flächen des Unternehmens zu errichten.

Bienen in der Sonne

Nachhaltiger Lebensraum für Mensch und Tier

Verwurzelt in den Bergbauregionen leistet die RAG mit zahlreichen umweltrelevanten Tätigkeiten einen Beitrag zum Strukturwandel. Dazu zählt unter anderem auch die Aktion „Bienen in der Stadt“. Auf dem Dach ihres neuen Unternehmenssitzes auf dem Welterbe Zollverein siedelte die Konzerntochter RAG Montan Immobilien gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) vier Völker der sanftmütigen „Carnica”-Bienen an, um einen Beitrag zum aktiven Artenschutz zu leisten und dem Bienensterben in der industriell geprägten Region entgegenzuwirken. Das Projekt knüpft an die sogenannte „urban gardening“-Bewegung aus New York, London und Wien an, wo es darum geht, Gärten in öffentlichen Stadtgebieten entstehen zu lassen.

Bienensterben

Die Honigbiene zählt zu den bedeutendsten Nutztieren in Deutschland, denn von ihrer Arbeit profitiert die gesamte Nahrungskette. Gäbe es keine Bienen, müssten die Menschen bald auf Obst und Gemüse verzichten, denn die arbeitsamen Insekten decken 80 Prozent der erforderlichen Bestäubung ab. Doch viele Einflüsse bedrohen die heimischen Bienenvölker: Milben, Viren, Pestizide, veränderte Lebensbedingungen und auch der Mensch. Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) sterben jährlich in Europa rund ein Drittel aller Bienenvölker.


Bild: Biene auf Blüte

Neue Heimat „Stadt":
Vier Bienenstöcke bei der RAG zu Haus

Im Ruhrgebiet können industriell vorgenutzte Flächen dazu dienen, den Bienenvölkern eine neue Heimat zu geben. Denn ob Löwenzahn, Weide oder Hamamelis – durch die verschiedenartige Vegetation und die vergleichsweise ungestörte und unverbaute Lage im Stadtgefüge stellen ehemalige Montanstandorte häufig die erste Wahl für verschiedene Bienenarten dar, nicht nur für die Honigbiene.

Bild: Dach mit Blumenwiese

Bienen-Webcam

Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Bienenansiedlung auf dem Dach des Unternehmenssitzes der RAG Montan Immobilien. Dort herrscht emsiges Treiben: In den vier Bienenstöcken „Mont Cenis“, „Barbara“, „Ewald“ und „Zollverein“ tummeln sich rund 250.000 Bienen. Über eine Webcam lässt sich ihre Arbeit verfolgen.

Das Engagement lohnt sich: Honigernte

Das Engagement für die Bienen verdeutlicht als ein Beispiel von vielen Maßnahmen das umweltbewusste und -bezogene Handeln der RAG in den Bergbauregionen. Mit dem Engagement in den beiden Projekten „Bienen in der Stadt“ und „Bienennetzwerk Ruhrgebiet“ will das Unternehmen das Bewusstsein für die Bedeutung von Bienen in städtischen Lebensräumen schärfen.

Für die artgerechte Haltung zeichnen bei RAG Montan Immobilen Ines Mogge und Oliver Häckel verantwortlich. Projektkoordinatorin Mogge steuert die Zusammenarbeit mit dem NABU und die ökologische Baubegleitung. Häckel, der seit acht Jahren in seiner Freizeit als Imker tätig ist, übernimmt die Betreuung von Königinnen, Bienen und Drohnen.

Der Erfolg spricht für sich: An guten Tagen legen die Bienen bis zu 2000 Eier und produzieren fleißig Honig. Im Jahr 2014 fuhr RAG Montan Immobilien eine rund 110 Kilogramm schwere Honigernte ein.

Prädikat wertvoll

Die fleißigen Bienen von Zollverein ernteten bereits erste Erfolge: Der Deutsche Imkerbund bestätigte die Spitzenqualität des „Honigs vom Welterbe“ mit einer Goldurkunde. „Eine Prämierung zu bekommen ist nicht leicht“, betonte Doris Hielkema-Broziewski, Sachverständige für Honig des zuständigen westfälisch-lippischen Imkerverbands. Das detaillierte Prüfschema umfasst nicht nur Geschmack, Farbe und Konsistenz, auch der Geruch, der Wassergehalt und die Aufmachung des Wasserglases fließen mit in die Bewertung ein.

Bild: Goldene Ehrenurkunde Honigbewertung 2013
Bild: Frank Rosin, Prof. Dr. Hans Peter Noll und Josef Tumbrink

Bei einer Verkostung mit Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung von RAG Montan Immobilien, und Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender NABU NRW, überzeugte sich auch Sternekoch Frank Rosin von der Qualität und dem Geschmack des Honigs (von links). Rosin: „Der Blütenhonig der Bienen vom Welterbe Zollverein ist etwas ganz Besonderes – eben ein echtes Naturprodukt.“

Der Fleiß der Bienen in Zahlen

250.000
Bienen auf dem Dach der RAG Montan Immobilien

bis 2000
Eier legen Bienen pro Tag

rund 110
Kilogramm Honigernte in 2014

Vorstellung des Projekts in der Auftaktpräsentationswoche

Informationen, Impulse und Fachdiskussion

Besucher können sich am 28. September 2014 zwischen 12 und 16 Uhr auf dem Welterbe Zollverein über das Bienennetzwerk und die Qualitätsstandards informieren. Zusätzlich gibt es interessante Impulse zum Natur- und Artenschutz in der Stadt. Auf dem ehemaligen Bergwerk Lohberg tauschen sich am 29. September ab 10 Uhr Experten zu den Themen Artenschutz und ökologische Baubegleitung aus. Für Besucher besteht dort die Möglichkeit, verschiedene Greifvögel hautnah zu erleben.

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